Painting Tutorial: Moisture Vaporators – Imperial Terrain

Click here for the english version of this tutorial.

Feuchtigkeitsvaporatoren (engl. Moisture Vaporator) gehören bei Star Wars zum guten Ton und sind in so ziemlich jedem Film oder Videospiel irgendwo im Hintergrund zu finden. Diese Gerätschaften kondensieren Wasser aus der Luft und bilden somit eine Lebensgrundlage für Siedlungen auf unwirtlichen Planeten. Natürlich dürfen solche Vaporatoren dann auch nicht bei einem Tabletop wie Star Wars Legion fehlen. Aufgrund ihrer Filigranität sind die Teile allerdings schwer selbst zu bauen. 3D-Drucke sind hier äußerst hilfreich. Imperial Terrain entwirft und verkauft eben solche 3D-Drucke, die sich sehr gut für Star Wars Legion eignen. Die Qualität der gelieferten Teile ist gut, die Designs hervorragend. Im folgenden Tutorial zeige ich Euch Schritt für Schritt, wie ich die Moisture Vaporatoren von Imperial Terrain bemalt habe.

Schritt 1

Da die 3D-Drucker Objekte in Schichten drucken, weisen alle gedruckten Objekte je nach Druckqualität mehr oder weniger feine Drucklinien auf. Bevor es an die Bemalung geht, müssen diese Linien erstmal weitestgehend entfernt werden. Es ist nicht schlimm dies nicht zu tun, aber die Moisture Vaporatoren (kurz: MV) sehen ohne die Drucklinien einfach besser aus. Dazu habe ich die Moisture Vaporatoren zunächst mit einem sehr feinen Schleifpapier abgeschliffen.

Schritt 2

Als nächstes folgen mehrere Schichten Füll-Grundierung, die nach dem Trocknen immer wieder abgeschliffen werden. Diesen Schritt wiederholt man so lange, bis die Flächen halbwegs eben sind. Die Füll-Grundierung besteht bei mir aus Holzleim, Acrylspachtel und Wasser. Das Mischverhältnis liegt in etwa bei 1:1:3. Im Grunde darf die Grundierung nicht zu dickflüssig sein. Es ist besser mit mehreren dünnen Schichten zu arbeiten, als das Modell mit einer zu dicken Pampe zuzukleistern.

Schritt 3

Zur letzten Schicht der Füll-Grundierung habe ich noch rostbraune und schwarze Farbpigmente gemischt, so dass gleichzeitig mit dem Füll-Schicht eine erste rostbraune Farbgrundierung aufgetragen wird, die zudem recht robust ist.

Schritt 4

Sobald die letzte Füll-Schicht getrocknet war, habe ich einen dunklen rostfarbenen Wash aufgetragen. Ich habe hierzu eine 1:1 Mischung von Vallejo Model Wash Dark Rust und Army Painter Strong Tone verwendet. Als Wash bezeichnet man in der Regel eine Art Lasur mit einer verdünnten Farbe, die großflächig aufgetragen wird – in diesem Fall auf dem ganzen MV. Der Wash sollte vollständig trocken sein, wennbevor ihr mit Schritt 5 beginnt.

Schritt 5

Als nächstes wird der MV mit einer ordentlichen Schicht Haarspray lackiert. Bevor das Haarspray trocknet, wird vorsichtig Salz auf den MV gestreut. Die Menge ist abhängig vom Verwitterungsgrad, den man darstellen will. Vorzugsweise sollte das Salz hauptsächlich dort aufgebracht werden, wo Witterungseinflüsse stärker auf den MV einwirken. So z.B. auf horizontalen Flächen, auf denen Regenwasser eher stehen bleibt.

Schritt 6

Nun folgt die eigentliche Grundierung. Ich habe hierfür weiße Sprühgrundierung von Army Painter verwendet. Die MVs in den Star Wars Filmen sind in der Regel weiß oder beige. Im Grunde lässt sich hier, je nach Geschmack oder Planet, den man darstellen will, auch eine andere Farbe verwenden. Wichtig ist nur, dass eine Sprühfarbe oder Airbrush verwendet wird, da man mit einem Pinsel das Salz wegwischen würde. Die Sprühfarbe sollte deckend, aber nicht zu dick aufgetragen werden.

Schritt 7

Mit Hilfe eines kleinen Pinsels und etwas Wasser wird das Salz angefeuchtet und vorsichtig heruntergerieben. Man kann hierzu auch einen Zahnstocher oder ein Modellierwerkzeug verwenden, sollte dabei aber sehr vorsichtig sein. Reibt man zu viel oder zu stark, so durchdringt man nicht nur die oberste Farbschicht, sondern auch die zweite Grundierung oder im schlimmsten Fall sogar die restlichen Füller-Schichten. Daher ist hier weniger mehr und behutsames Arbeiten sehr wichtig. Wenn man alles richtig macht, so ergeben sich schöne „Lackabplatzer“, so dass die „Rostgrundierung“ von Schritt 4 und 5 zu sehen ist.

Schritt 8

Es folgt ein leichter, brauner Wash. Hierfür habe ich den Strong Tone Wash von Army Painter sehr stark mit Medium Thinner von Vallejo und ein bisschen Wasser verdünnt. Da ich immer intuitiv mische, weiß ich das konkrete Mischungsverhältnis leider nicht mehr. Ich schätze, dass es in etwa 1:4:2 (Strong Tone, Medium Thinner, Wasser) gewesen sein dürften. Sicherlich darf der Wash auch etwas kräftiger sein, aber ich wollte nur einen leichten, dreckigen Ton haben, der die weiße Grundfarbe nicht zusehr verfälscht. Auch hier ist es wieder wichtig, den Wash trocknen zu lassen, bevor man zum nächsten Schritt übergeht.

Schritt 9

Alle Ventilationsöffnungen wurden nun mit einem schwarzen Wash – in meinem Fall Nuln Oil von Citadel – versehen. Überschüssiges Wash kann dabei mit dem Finger vorsichtig nach unten weggewischt werden. Dadurch entsteht ein schön dreckiger Effekt – so als ob Öl oder eine Kühlflüssigkeit oder Ähnliches aus den Ventilationsöffnungen herausgetreten ist. Bei mir fällt dieser Effekt allerdings sehr dezent aus und ist daher kaum auf dem Bild zu sehen.

Schritt 10

Hier habe ich unverdünnten Strong Tone Wash auf Stellen aufgetragen, die ich hervorheben will. So beispielsweise diese „Nasen“ am oberen Teil der MVs. Hier wird der Wash aber nicht flächig aufgetragen sondern nur punktuell auf genau zu betonenden Vertiefungen bzw. Punkte. Danach wird der Wash, wie in Schritt 9, mit dem Finger nach unten weggezogen. So entsteht ein schöner Weathering-Effekt.

Schritt 11

Zu guter Letzt habe ich noch die Kanten mit weißer Acrylfarbe von Army Painter (Matt White) hervorgehoben. Zusätzlich habe ich beige und moosgrüne Pigmente gemischt und im unteren Bereich des MVs mit einem Pinsel aufgetragen. Ein paar rostfarbene Pigmente habe ich auf die bestehenden Rostflecken gesetzt und ebenfalls mit dem Finger nach unten gewischt, um leichte Rostnasen zu erhalten.

Zugegebenermaßen hat das Wetter diesem MV schon sehr stark mitgespielt, aber mir gefällt das Ergebnis sehr gut. Alle hier beschriebenen Effekte lassen sich natürlich mehr oder weniger stark einsetzen.

Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesem Tutorial etwas helfen und für die Bemalung Eurer MVs inspirieren.

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