GoT Nachtwache: Schwarz anlegen leicht gemacht

Nachtwache GewandungSowohl in der Buchreihe als auch in der Serie eröffnet die Nachtwache die Ränkespiele um den Thron in Westeros. Ich muss zugeben, dass mir die Nachtwache seit jeher sehr sympathisch war. Eine Gruppe von Outlaws die dazu verdammt sind den wichtigsten, aber auch undankbarsten Job in der Welt von Game of Thrones zu erledigen – die Menschheit von all jenem Unheil jenseits der Mauer zu beschützen. Nobel und dennoch dreckig und kompromisslos. Genau das Richtige für mich. Daher fiel vor einiger Zeit die Wahl auf die Nachtwache, als ich überlegte, welche Gewandung ich für die Ringcon 2013 anfertigen wollte. Dabei stand von Anfang fest, dass ich meinen eigenen Stil, meinen eigenen Charakter in die Gewandung einbringen wollte und nicht einen bestimmten Charakter, wie Jon Snow (sorry, aber die deutschen Namen gehen echt gar nicht) darstellen wollte. Das macht ja jeder!

So begann ich meine Recherchearbeiten. Damals im Jahr 2013 gab es noch nicht viel Bildmaterial zur Nachtwache. Auch die erste Staffel gab nicht viel her. In den Büchern wurde beschrieben, dass die Mitglieder der Nachtwache Ihre persönliche Kleidung einfach schwarz färbten und diese um klimatisch passende Kleidungsstücke ergänzten. Genau so ging ich auch vor.

Als Grundlage dienten mir Umhang, Tunika, Handschuhe und Hose meiner Wache der Veste (R.I.P.). Insofern dies nicht schon der Fall war, färbte ich die einzelnen Bestandteile schwarz… was sich als gar nicht so einfach herausstellen sollte.

In nachfolgenden Teil dieses How-to möchte ich auf kurz auf die einzelnen Bestandteile der Gewandung eingehen.

How-to: Nachtwache Gewandung

hoseHose Die Hose ist eine einfache, alte Stoffhose, die die besten Zeiten schon hinter sich hat. Um so abgeranzter, um so besser. Der Großteil der Nachtwache stammt nicht unbedingt aus den besten Verhältnissen. Daher können hier auch (schwarze) Flicken kreuz und quer aufgenäht werden. Andere Materialien sind sicherlich auch denkbar. Eine alte Lederhose ist sicher auch nicht verkehrt.

Tunika In meinem Fall eher Tuniken. Ich trage als Oberunterbekleidung zwei Tuniken unterschiedlicher Längen. Ein Gambeson wäre sicherlich eher angebracht und sieht man auch in der Serie recht häufig. Mein Alter Ego stammt wohl eher aus den südlichen Gefilden und eher aus ärmlichen Verhältnissen (vielleicht ein Hühnerdieb), und schützt sich daher durch das Zwiebelprinzip vor der Kälte. Der angenehme Nebeneffekt des sehr dünnen Tunikastoffs: Man schwitzt bei Indoor-Veranstaltungen nicht so schnell. Und sollte man sich doch mal im Winter draußen aufhalten, kann man bequem noch einige Lagen an moderner Funktionskleidung drunterziehen.

Die Innere Tunika hatte ich noch so „übrig“. Hatte diese mal als Test aus dem billigsten Stoff, den ein bestimmtes schwedisches Möbelhaus so hergibt, genäht. Irgendwie hatte ich das mit der Länge bei der Tunika damals etwas übertrieben. Und selbst bei meiner Größe ging diese höchstens als Schlafgewandung durch. Und ich kann mich dunkel daran erinnern, dass diese tatsächlich beim Drachenfest 2010 oder so zum pofen getragen habe. Naja, jedenfalls habe ich diese mit Textilfarbe von Simplicol so dunkel wie möglich gefärbt. Die äußere Tunika stammt von meiner Wache der Veste. Diese war ursprünglich dunkelblau. Mit ein bis zwei Färbegängen (Textilfarbe) und etwas Arcylfabre (Spraydose), habe ich einen schönen, leicht fleckigen Effekt erzielen können. Beiden Tuniken habe ich dann durch schleifen, schlitzen, reißen und Arcylfarbe einen schönen Vintage-Look beschert. Den Effekt kann man sicherlich noch perfektionieren, aber ich bin soweit zufrieden mit dem Ergebnis.

Lederwams Den Lederwams habe ich eigens für das Kostüm angefertigt. Im Grunde war ich einfach zu faul mir einen Gambeson selbst zu nähen und zu geizig mit einen zu kaufen. Zudem stehen Lederoberteile in Westeros doch recht hoch im Kurs. Was das Schnittmuster betrifft, so modifizierte ich einfach jenes meiner Waldläufer-Rüstung. Im Grunde handelt es sich um ein Vorderteil und ein Rückenteil, die jeweils an den Seiten und an den Schultern zusammengeschürnt werden. Am Hals habe ich das Leder vorne noch ein Stück weit eingeschnitten, damit ich mit meinem Eierkopf besser durch den recht engen Halsausschnitt komme. Der Ausschnitt wird durch zwei einfache Schnallen geschlossen. Den Abschluss des Wames unten habe ich dann noch mühevoll per Hand mit einem Schrägband versehen. Sehr mühsehlig das Ganze, war es aber optisch wert, denke ich. Den Lederwams selbst habe ich dann noch mit verschiedenen Acrylfarben eingesaut, sollte ja schließlich schön getragen und verranzt aussehen.

Umhang Oh ja, der Umhang hat mir damals echt am meisten Kopfzerbrechen gemacht. Zwei Dinge fallen einem doch sehr schnell bei Game of Thrones auf: 1. Die Umhänge werde vor allen bei den Bewohnern im Norden meist durch zwei gekreuzte Lederriemen gehalten und 2. die Umhänge der Nachtwache sind meist Fell besetzt oder bestehen komplett aus Fell. Als Grundlage musste mein alter grauer Wache der Veste Umhang herhalten. Dieser besteht aus schönem schweren Wollstoff. Leider ist dieser VERDAMMT schwer zu färben. Ich habe keine Ahnung wieviele Päckchen Textilfarbe bei dem Versuch das Teil schwarz zu färben drauf gegangen sind. Als der Umhang schließlich dunkelgrau war und begann einen leichten rotstich zu bekommen, habe ich es aufgegeben. Passt schon. Das Teil ist halt ausgewaschen oder so. Wie oben schon erwähnt muss ja nicht alles tiefschwarz sein. Nächste Herausforderung war das Fell. Ein reiner Umhang aus Fell hätte ein Vermögen gekostet. Also habe ich mich für die die Variante der Starks entschieden. Einfach nur ein Fell für die Schultern und den oberen Rücken. Das Fell habe ich günstig beim schwedischen Möbelhaus mit vier Buchstaben erstanden. Aus der Flanke des Fells habe ich einen Halsausschnitt herausgeschnitten, so dass ich das Fell bequem um meine Schultern legen konnte. Wie man das Fell jetzt an den Umhang bekommt sei jedem selbst überlassen: annähen, drannieten, festkleben oder so wie ich mit Druckknöpfen befestigen. Das hat den Vorteil, dass man den Umhang zur Not auch mal waschen kann – ohne das Fell. Nun fehlte nur noch der Lederriemen. Hier habe ich lange gerätselt, wie der wo lang geht und wo schließt und ganz und gar und überhaupt. Letzten Endes habe ich den Lederriemen auf der einen Seite des Halsausschnitts des Umhangs festgenäht. Anschließend habe ich ausgemessen, wie lang der Lederriemen sein muss, um diesen hinter dem Rücken vorbei und auf der Brust gekreuzt zur anderen Seite des Halsausschnitts zu führen. So zirka 10-15 cm habe ich zu diesem Maß hinzugegeben und zwei Druckknöpfe an dem losen Riemenende und dem entsprechenden Halsausschnitt angebracht. Die Praxis hat gezeigt, dass diese Art der Befestigung zwar funktioniert, bei ausladenden Bewegungen sich aber gerne selbstständig macht. Aus diesem Grund empfehle ich die Verschlussmethode aus Olafsons Blog. Abschließend habe ich auch den Umhang ein wenig mit Acrylfarben eingesaut.

halstuchHalstuch Da ich einen recht langen Hals habe, der verdeckt meist besser aussieht und man im Winter ohnehin seinen Hals bedecken sollte habe ich aus einem Stück dunkelgrünen Wollstoff ein Dreieckstuch geschnitten. Dieses Binde ich mir um den Hals und (ver)stecke die Zipfel unter dem Lederwams. Wer sich an dieser Stelle fragen sollte: Warum nicht schwarzer Stoff? Nun ich habe mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass es optisch nicht verkehrt ist auch den einen oder anderen (sehr) dunkelen Farbton einfließen zu lassen. Das lockert die an für sich sehr eintönige Gewandung etwas auf.

Schuhe/Gamaschen Da ich gerne zu meinen Gewandungen bequeme Schuhe trage, die mich zudem im Winter bei Schnee warm und trocken halten, greife ich hier auf schlichte Militärstiefel zurück – selbstredend in der Farbe Schwarz. Natürlich kann man hier auch auf mittelalterliche Stiefel zurückgreifen, wenn man das will. Mir ist durchaus bewusst, dass moderne Stiefel zum restlichen Erscheinungsbild nicht so ganz passen wollen. Daher muss eine „Tarnung“ her. In meinem Fall greife ich auf Wickelgamaschen zurück, die ich ebenfalls um den Fuss wickele und mit Lederschnüren fixiere. Sieht extrem cool aus. Leider will mir das wickeln noch nicht so gut gelingen, was zur Folge hat, dass sich die Wickel aus Wollstoff gerne mal lösen. In diesem Fall hilft häufig nur neu binden. Sollte der Boden matschig sein, wie auf dem einen oder anderen Mittelaltermarkt, so wird das Neuwickeln besonders spaßig. Das Ganze ist also noch nicht wirklich ausgereift. Schwarze, einfache Schaftstiefel aus Leder sind sicherlich die bessere Variante. Sollte ich vielleicht auch mal probieren.

Handschuhe Hier greife ich auf reguläre und einfache Stulpenhandschuhe aus Leder zurück.

Accessoires/Optionen Natürlich darf ein mittelalterlicher Gürtel mit Taschen nicht fehlen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sollte man mein Outfit um Waffen ergänzen wollen, so bieten sich klassisch Schwert, Pfeil und Bogen oder ein Speer an. Aber auch schlichte Schilde oder Äxte sind denkbar. Was zusätzliches Rüstzeug betrifft, so sollte man von Plattenrüstung absehen. Beschlagene Lederrüstungen sind aber vereinzelt in der Serie zu sehen. Im Buch wird übrigens erwähnt, dass die Brüder der Nachtwache teilweise auch Kettenhemden tragen. In der Serie sucht man diese eher vergeblich. Ich hatte mir ursprünglich auch überlegt mein Kettenhemd über oder unter das Lederwams zu ziehen. Da Stahl aber grundsätzlich nicht gerade warm hält finde ich dieses bei einer Militäreinheit, die sich hauptsächlich in winterlichen Gefilden aufhält eher schwierig und habe mich daher dagegen entschieden. Will man eine buchnahe Nachtwache darstellen, ist ein Kettenhemd aber auf jeden Fall nicht verkehrt. Kopfbedeckungen sind in der Serie auch eher eine Seltenheit. Wenn man den Kopf bedecken möchte dann ist eine Bundhaube sicherlich nicht verkehrt.

Abschließend will ich sagen, dass mein Nachtwachen How-To weder perfekt noch 100% Serienkonform ist. Vielmehr habe ich mich hier sowohl von den Büchern, als auch von der Serie inspirieren lassen und meinen eigenen Stil einfließen lassen. Und genau das macht aus meiner Sicht die Nachtwache aus: Individualität, die lediglich durch das Schwarz der Kleidung eingeschränkt wird.

Wie es aussieht, wenn ich das Schwarz anlege, seht ihr HIER.

Die Nacht sinkt herab, und meine Wacht beginnt. Sie soll nicht enden vor meinem Tod.

(Das Erbe von Winterfell, Kapitel 9, Jon II)
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