Jedi trifft Feuerbringer: Die Role Play Convention 2015

Am vergangenen Wochenende fand auf dem Gelände der Kölner Messe erneut die Role Play Convention 2015 statt. Zum fünften Mal war auch ich wieder dabei und genoss die tolle Kombination aus Spielemesse, Mittelaltermarkt und Cosplay-Laufsteg. In den vergangenen Jahren war ich immer Samstags auf der Messe. Dieses Jahr sollte es zum ersten Mal der Sonntag sein. Nachdem der Samstag in diesem Jahr nach 12 Uhr ausverkauft war und laut Facebook-Nachricht kein Besucher mehr aufs Gelände gelassen wurde, war der Sonntag doch eher beschaulich. Die geringere Zahl der Besucher war aus meiner Sicht sehr angenehm, da man bei den Ständen einfach in Ruhe schauen konnte. Leider hatte ich aber auch den Eindruck, dass die Anzahl der kostümierten Besucher geringer war. Das fand ich schade, da ich mir gerne bei anderen Cosplayern/Costumern Inspirationen einhole und mich immer über ein gut gemachtes Kostüm freue. Aus diesem Grund gibt es in dieses Mal auch nicht ganz so viele Bilder meinerseits.

Davon abgesehen, dass ich der Messe zum ersten Mal an einem Sonntag einen Besuch abstattete, gab es für mich eine weitere Premiere. In den letzten vier Wochen hatte ich fieberhaft auf diesen Termin hingearbeitet bzw. geschneidert und gebastelt. Doch mein Jedi-Outfit ist rechtzeitig fertig geworden und so konnte ich es auf der RPC erstmalig tragen. Auch mein Messe-Gefährte Arémir ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, sein Waldläufergewand aus dem Schrank zu holen und so zogen wir gemeinsam los, um die RPC gewandet zu erkunden.

maraundderfeuerbringerEines der Highlights in diesem Jahr war sicherlich das kleine Impro-Kino, das „Bernd das Brot Erfinder“ Tommy Krappweis mitgebracht hatte. Dort zeigte er kostenlos seinen Fantasyfilm Mara und der Feuerbringer, der erst im April in den Kinos lief. Auch Arémir und ich wohnten einer der drei Filmvorführungen am Sonntag bei und wollten uns ein eigenes Bild von dem Streifen machen. War der Film zwar in den Kinos gefloppt, so wurde er von vielen Fantasyfilm-Fans doch hoch gelobt. Mein persönliches Fazit ist zwiegespalten. Ich gehöre ebenfalls zu den Menschen, die der Meinung sind, dass deutsche Fantasyfilm-Produktionen nichts taugen und sich vor allem nicht mit ausländischen Produktionen messen können. Bei Mara und der Feuerbringer ist das leider zum Teil auch so. Was die Effekte betrifft, so muss sich der Film nicht verstecken. Da bei der Produktion unter anderem John Nugent beteiligt war, welcher seinerseits für die visuellen Effekte der Herr der Ringe Triologie oder auch Matrix verantwortlich war, konnte hier nicht viel anbrennen. Die FX-Effekte sind echt gut und glaubwürdig. Auch die Starbesetzung tut dem Film gut. Vor allem Jan Josef Liefers spielt den Sidekick der Protagonistin Mara echt brilliant und sorgt für den einen oder anderen Lacher. Leider schwächelt besagte Hauptdarstellerin Lilian Prent etwas. Sie wird vor allem zu Beginn des Films von den alten Schauspielhasen oft gegen die Wand gespielt. Im Laufe des Films besserte sich das glücklicherweise ein wenig, doch man merkte immer wieder, dass es der Jungschauspielerin einfach an Erfahrung fehlte. Dadurch wirkt die Hauptfigur Mara leider etwas unglaubwürdig und aufgesetzt. Das mag aber vielleicht auch an den teilweise sehr konstruierten Dialogen liegen, die versuchen auf Teufel kommt raus lustig zu wirken. So wie das bei deutschen Produktionen halt häufig der Fall ist. Ein Quäntchen mehr Ernst hätte dem Film hier sicher besser getan. Und warum zum Geier ist ausgerechnet Mara die Auserwählte, um gegen den Feuerbringer anzutreten? Hier hätte ich mir mehr Charaktertiefe gewünscht. Wenn man davon mal absieht und an Person-aus-der-Gegenwart-wird-plötzlich-in-eine-Fantasywelt-gezaubert-Filmen Spaß hat, so ist auch Mara und der Feuerbringer eine gute Empfehlung. Für alle anderen ist der Film sicherlich (leider) eher nur eine nette Fernsehabendunterhaltung. Dennoch hat mir der Film viel Spaß gemacht. Tommy Krappweis sagte vor dem Film noch, dass er dem Film nicht nur für Kinder und Jugendliche gemacht habe, sondern auch für Larper, Cosplayer und generell Fantasy-Fans. Und in der Tat gibt es in dem Film so viele liebevolle Details und Seitenhiebe auf bekannte Filme wie Herr der Ringe oder Star Wars, dass ich sehr oft schmunzeln musste und mich über diese Eastereggs sehr gefreut habe. Man kann also sagen, dass es sicherlich bessere Fantasyfilme gibt, aber auch schlechtere. Schlussendlich sollte sich jeder selbst ein Bild über den Film machen.

phantasosstudioSelbstverständlich gab es auf der RPC noch viel mehr zu sehen als Mara und der Feuerbringer. Für mich war vor allem die Tabletop-Area wieder sehr interessant, in der auch in diesem Jahr viele Aussteller aus dem Bereich der Miniaturenspiele ihr Angebot feil boten. Aber auch mit Demorunden und Workshops wurde aufgewartet. So unter anderem auch ein Bemalworkshop des erstmals auf der RPC vertretenen Phantasos Studios. Natürlich gab es auch einige tolle Dioramen zu bestaunen, wie zum Beispiel eine tolle WW2-Platte, die von der Firma Stronhold Terrain präsentiert wurde oder die berühmten Dropzone Commander Dioramen des Verlags Martin Ellermeier.

RPC15 - Helden für HerzenEbenfalls sehr gefreut hat mich die RPC-Premiere der Organisation Helden für Herzen. Zwar waren diese schon im Vorjahr vertreten, aber noch nicht mit eigenem Stand. Die Mitglieder der Organisation besuchen, als Helden verkleidet, Kinder in Krankenhäusern, Kinderhospizen, Behindertenwerkstätten und anderen Einrichtungen, um ihnen eine Freude zu machen. Sehr lobens- und unterstützenswert das Ganze!

Zu guter Letzt noch ein paar Gewandungsimpressionen…

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2 Antworten zu “Jedi trifft Feuerbringer: Die Role Play Convention 2015

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