Ein Mann und sein Hummer

Um es vorwegzunehmen: Weder habe ich eine Vorliebe für Schalenweichtiere, noch möchte ich hier auf irgendwie narzistisch geartete  Neigungen eingehen. Vielmehr geht es um ein Auto. Genauer gesagt: den Hummer.

Ok, jeder der mich kennt weiß, dass ich mit Autos in der Regel so viel zu schaffen habe, wie Darth Vader mit Mickey Maus – im Jahre 2012 (bevor die beiden in eine WG zogen). Letztlich ist für mich ein Auto ein fahrbarer Untersatz, der mich von A nach B bringt. Auf Optik lege ich da nicht unbedingt Wert. Vor allem diese komischen tiefergelegten Karren, die auf einem Feldweg direkt am ersten Maulwurfshügel scheitern, gehen mir am „da wo die Sonne nie hin scheint“ vorbei.

Doch wie bei allem im Leben gibt es auch hier eine Ausnahme. Diese hört auf die Namen HMMWV, Humvee oder eben Hummer. Wobei die zivile Variante des Fahrzeugs Hummer und die militärische HMMWV (High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle) oder Humvee bezeichnet wird.

Spätestens, nachdem ich vor langer Zeit im Fernsehen in der Sendung Motorvision einen Bericht über dieses Fahrzeug gesehen habe, hat es mir dieser dicke Brummer angetan. Fazit des Berichts war: „Ein RICHTIGER Mann muss in seinem Leben auch einmal Hummer gefahren sein!“ Für alle, die es interessiert und einen ähnlich schrägen Humor haben wie ich oder das Team von Motorvision, nachfolgend das Originalvideo.

Das nahm sich ein Kerl wie ich natürlich zu Herzen. Doch es sollte dauern, bis mir dieser Wunsch erfüllt werden würde. Schließlich erhielt ich von meinen Eltern zu meinem dritten runden Geburtstag einen Gutschein für eine Offroadfahrt mit einem Hummer! Yeah!


Nun sollte es endlich soweit sein. Nachdem wir im Offroadpark Böser Wolf in Knüllwald bei Homberg (Efze) angekommen waren und ich mich angemeldet hatte, mussten wir noch einen Augenblick warten, bis Robert der Instructor eintraf. In der Zeit konnte ich mich schon mal ein bisschen an mein „Arbeitsgerät“ gewöhnen.

Erstes Kennenlernen


Eckdaten meines Gefährtes:

Es handelte sich um einen alten Humvee-Veteranen, der vermutlich im zweiten Irak Krieg bei Operation Desert Storm gedient hatte. Obwohl der gute Knabe mit einem Gewicht von knapp 2,5 Tonnen nur etwa 150 PS mitbringt, gleicht der V8-Saugdiesel das mit 6.466 cm³ Hubraum wieder aus. Um es mit dem Satz des Instructors zusammenzufassen: „Wenn du Vollgas gibst, fährst du nicht geradeaus. Du buddelst dich ein!“ Ein Automatikgetriebe rundete das Ganze ab. Wobei Automatik nicht ganz richtig ist, denn es gab immerhin doch drei unterschiedliche Gangarten: D für ganz normale Straßenfahrten, 2 der „Arbeitsgang“ fürs Gelände und 1 der Gang für die Talfahrten.

ein Mann, ein Hummer


Mit diesem Wissen ging es zusammen mit Robert und meinem Vater als Mitfahrer auf die Piste. Meine Mutter und meine Freundin begaben sich derweil zu Fuß auf’s Gelände, um ein paar Fotos zu schießen. Vor dem ersten Idiotenhügel gab es zunächst eine kleine Grundlagenschulung. Robert erzählte mir kurz, auf was ich im Gelände zu achten und wie ich verschiedene Hindernisse wie Anstiege, Gefälle oder Schlaglöcher zu bewältigen hatte. Die Idiotenpiste war schon recht cool. Jedes normales Auto wäre hier bereits gnadenlos steckengeblieben. An Bord eines Hummers sind 20cm tiefe Schlaglöcher jedoch ungefähr so, als ob man mit dem eigenen Auto durch Pfützen auf der Straße fährt – keine wirkliche Schwierigkeit. Doch die Herausforderungen sollten nicht lange auf sich warten lassen: extreme Steigungen, noch tiefere Schlaglöcher und jede Menge Schlamm. Vor allem der Schlamm war cool. Spätestens als die erste Welle Schlammwasser über das Autodach rollte, war ich voll in meinem Element. Und das Beste, der Humvee wühlte sich regelrecht wie auf Schienen durch die Pampe. Es folgte eine coole Passage nach der anderen. Neben der Schlammschlacht fand ich den Wald-Trail und den See am beeindruckendsten. Im Wald durfte ich ein 140cm tiefes Loch überwinden (wobei ich nicht ganz sicher bin, ob das Loch wirklich sooo tief war). Das führte dazu, dass der Humvee mal kurzerhand ausgehebelt wurde und nur auf 3 Rädern unterwegs war. Im See zeigte der Humvee, was er so im Wasser kann. Mit einer maximalen Wattiefe von 76cm kommt man schon recht tief ins Wasser rein. Das Fahren wird dann eher zu einer Bootstour. Stehenbleiben sollte man in solch einer Passage aber nicht. Selbst ein Humvee kann im Wasser absaufen und dann wäre guter Rat teuer… und vor allem Nass.

Die 50 Minuten Fahrtzeit vergingen wie im Fluge. Aber in diesen 50 Minuten hatte ich Spaß ohne Ende. So kam es, dass ich beim Aussteigen grinste wie ein Honigkuchenpferd.

Honigkuchenpferd

Fazit: Jederzeit wieder! Der Hummer bzw. Humvee ist nicht einfach nur ein Auto. Er ist eine verdammt coole Rampensau, die sich für keine Party zu schade ist. UND… ich kann nun endlich behaupten ein RICHTIGER Mann zu sein :D!

Zum Schluss möchte ich noch ein paar weitere Bilder sprechen lassen.

Advertisements

3 Antworten zu “Ein Mann und sein Hummer

  1. Pingback: Über Tee, Kameras und Impressionen aus der Hölle – Lauf Thorin, lauf!·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s