Who ya gonna call?

Foto: Frank Rutowicz

Foto: Frank Rutowicz

Ein Klassiker aus den 80ern. Die Geisterjäger, Ghostbusters, S.O.S. fantômes, Els caçafantasmes. Wer kennt sie nicht? Egal ob 80er-Party, Mottoparty oder Convention. Mit einem Ghostbusters-Outfit liegt man selten falsch. Doch was viele nur als weißen, gelben oder khakifarbenen Overall mit einem Staubsauger auf dem Rücken wahrnehmen, ist weitaus mehr als das.

In meinem ersten How-to möchte ich euch zeigen, wie man aus 80er Jahre Schrott eine nahezu filmakkurate Ghostbusters-Klamotte ausmacht. Ich beschränke mich dabei vorerst nur auf die Grundausstattung des ersten Films. Diese besteht aus dem Overall und einigen Details, ohne das sogenannte Proton-Pack.

How-to: Ghosterbusters Outfit

OverallGhostbusters Overall Der Overall ist eigentlich ein Pilotenanzug der US Air Force, genauer gesagt ein CWU-27/P Flight Suit. Es gibt mehrere Firmen, die diese herstellen. Die bekannteste und im Grunde beste Wahl ist ein Nomex CWU-27/P Flight Suit in der Farbe khaki oder beige. Diese gibt es bei der eBucht, aber wahrscheinlich auch in jedem guten Militärladen. Wichtig ist, sich hierbei vorher genau zu informieren, welche Größe benötigt wird, da die Amis für ihre Overalls eigene Größen haben. Eine gute Umrechnungstabelle findet ihr bei natocorner.info. Dazu braucht ihr noch einen „Schlauchanschluss“, einen Ghostbusters-Logo-Patch und einen Ghostbusters-Namens-Patch. Die letzten beiden Sachen bekommt man am einfachsten über die Bucht. Ob ihr einen Namen der Charaktere aus dem Film, euren eigenen Nachnamen oder einen Fantasienamen verwendet, ist jedem selbst überlassen.

Der Logo-Patch wird am rechten Ärmel auf Höhe des Oberarms aufgenäht, aufgebügelt oder beides (je nach Patch). Ebenso wird mit dem Namenspatch verfahren. Allerdings kommt dieser über die linke Brusttasche. Je nach Länge des Namens (und damit des Patches) sollte man ca. 1-2cm Platz zwischen dem Frontreißverschluss des Overalls und dem Patch lassen.

Zu guter Letzt fehlt noch der „Schlauchanschluss“ (engl. „Hose Connctor“). An diesem wird später ein transparenter oder gelber PVC-Schlauch angeschlossen. Der Schlauchanschluss kann entweder übers Internet bezogen werden oder man macht ihn selbst. Ich habe mich für letzteres entschieden und einige Plastikanschlüsse aus dem Baumarkt besorgt. Am Besten durchstöbert man dafür mal die Sanitärabteilung. Ich habe für meinen Schlauchanschluss die verschiedenen Plastikanschlüsse zusammengeklebt und grau lackiert. Der Anschluss wird an den Oberschenkel den linken Beins genäht. Damit ist der Overall fertig.

ArmschonerGhostbusters Armschoner Jeder Ghostbuster trägt Armschoner. Allerdings handelt es sich dabei nicht um klassiche Armschoner, sondern vielmehr um Volleyball-Knieschoner. Einfach mal bei google „Volleyball Defender Knee Pads“ eingeben. Genau solche sollen es sein. Sie müssen allerdings noch mit Textilfarbe grau gefärbt und die Bänder etwas zugeschnitten werden. Am Besten dazu mal ein paar Referenzbilder anschauen. Ich habe meine in schwarzer Textilfarbe getränkt. Herausgekommen sind leicht angegraute Schoner (da das Material die Farbe fast nicht angenommen hat) und eine kohlrabenschwarze Duschwanne. Ich habe daraus gelernt, dass Textilfarbe alles färbt – nur nicht die Textilien… Die „überstehenden“ Bänder der Schoner hab ich dann mit ner Nähmaschine nach innen gelegt und festgenäht. Macht auch das nicht und schneidet die Ränder lieber ab – auch wenns nicht so schön aussieht. Die Flexibilität der Gummibänder leidet doch beträchtlich unter den Nähten.

Handschuhe Bei den Handschuhen handelt es sich um ganz normale schwarze Gummihandschuhe mit langen Stulpen. Die Handschuhe sollten nach Möglichkeit neutral sein, also ohne Embleme oder Logos. Am besten sucht man im Arbeitsschutz-Fachhandel oder im Internet nach schwarzen Säureschutzhandschuhen.

Gürtel/SchlauchGhostbusters Gürtel Der Gürtel ist eine sogenannte US Lochkoppel. Wie den Overall bekommt man diese in fast jedem Militär-Shop oder bekannten Internetquellen. Der Gürtel hatte im Film eigentlich einen hellgrauen Farbton. Leider gibt es Lochkoppeln mit dieser Farbe nicht (mehr) oder sind sehr rar. Ebenso selten sind weiße Lochkoppeln, die man mit Textilfarbe grau färben könnte. Daher wird in der Regel eine khakifarbener Gürtel verwendet. Der Gürtel wird, wie beim Overall bereits angedeutet, durch einen transparent-weißen oder -gelben PVC-Schlauch verbunden. SchlauchAuch bei diesem neckischen Detail weiß keiner genau  was für einen Sinn dieser Schlauch hat. Der ca. 1,5m lange Schlauch – oftmals fälschlicherweise als Katheter bezeichnet – wird durch den bereits beschriebenen Anschluss am Oberschenkel des rechten Hosenbeins des Overalls befestigt. Das andere Ende wird auf der Rückseite des Gürtels fixiert. Die Art der Befestigung ist Geschmackssache. Viele verknüpfen das Schlauchende mit einer Lederschlaufe, die einfach auf den Gürtel gezogen wird. Im Film selbst „verschwindet“ der Schlauch allerdings auf der Innenseite des Gürtels. Deshalb habe ich den Gürtel mit einem Druckknopf und zusätzlich mit einem Klettverschluss versehen, so dass ich den Schlauch jederzeit vom Gürtel trennen kann wo sich die jeweiligen Gegenstücke befinden. Da gelblich-transparente Schläuche eher selten sind, habe ich mich entschlossen einen transparenten Schlauch mit hellbrauner Lederfarbe einzufärben. Das funktioniert super – gewissermaßen. Er wirkt jetzt wirklich eher wie ein „Fäkalienschlauch“, da er sehr ungleichmäßig gefärbt ist und hier und da Rückstände der Farbe im Schlauch verblieben sind. Auf der anderen Seite hat man so einen schönen „Usedlook“ – insofern man diesen will.

Belt GizmoBelt Gizmo Ein Tool das jeder Buster braucht. Allerdings weiß (ähnlich wie beim Schlauch) niemand wofür es eigentlich gut ist. Im Film findet es keine Verwendung und wird auch nicht weiter erläutert. Es ist einfach da und gehört zu jeder vernünftigen Geisterjäger-Ausrüstung dazu. Es wird vermutet, dass es sich beim Belt Gizmo um eine Art Recheneinheit handeln soll. Beim Nachbau wird‘s auf jeden Fall tricky. Im Grunde besteht das Ganze aus einem überdimensionierten ledernen Maßbandhalter, in dem die Platine eines museumsreifen Taschenrechners hängt, welche durch ein Telefon-Ringelkabel mit einer kleinen Platine verbunden ist, die am Gürtel direkt befestigt wird. Die Teile im „Originalzustand“ zu bekommen ist fast unmöglich, da vor allem der Taschenrechner schon seit Ewigkeiten nicht mehr hergestellt wird oder zu Wucherpreisen bei Ebay vertickt wird. In einem Forum habe ich vor einiger Zeit mal gelesen, dass es schon Fans gab, die für einen originalen Rechner einen dreistelligen Betrag hingelegt haben, der nicht gerade mit einer 1 begann… Also ist hier in der Regel ein gut gefülltes Portemonnaie oder Improvisation gefragt. Ich habe mich für die zweite Option entschieden. Für die kleine Platine – das Daughterboard – habe ich eine alte Computermaus ausgeschlachtet. Die darin enthaltene Platine wurde mit einem Gürtelclip von einem 0815-Maßband aus dem Baumarkt versehen. So kann ich diese ganz leicht an den Gürtel klippen. Ebenfalls klebte ich eine Seite des geringelten Telefonkabels an das Daughterboard. Das andere Ende kam an einen fast 30 Jahre alten Taschenrechner… bzw. das was von ihm übrig blieb. Wenn ich bedenke, dass ich für einen defekten, quasi antiken Taschenrechner noch fast 40 Euro berappt habe, zweifle ich bis heute noch an meinem Verstand. Aber was tut man nicht alles für ein halbwegs akkurates Kostüm. Wie bereits erwähnt, darf der Taschenrechner nicht irgendein Taschenrechner sein, sondern im Idealfall ein Sanyo ICC-808D. Das liegt daran, dass dieser Taschenrechner noch über glühbirnenartige Ziffern verfügt, welche den besonderen Charme des Belt Gizmos ausmachen. Im Internet gibt es allerdings zahlreiche Alternativen und Belt Gizmo Kits für diejenigen, die keinen alten Sanyo der besagten Serie finden oder finden wollen… oder einfach nicht so viel Geld dafür ausgeben möchten. Meine Platine stammt aus einem Sanyo ICC-82D – einer ähnlichen Baureihe. Aus dem Rechner wird nur die Hauptplatine benötigt. Das Gehäuse kann entsorgt werden. Auf die Platine oder auch das „Motherboard“ wird das andere Ende des Telefonkabels geklebt und das Board selbst in den großen Maßbandhalter gesteckt. Auch diesen konnte ich in der Form nicht finden und habe ihn so aus schwarzem Glattleder selbst gemacht. Das passende Schnittmuster findet man HIER.

Zusätzliche DetailsFunkgerät Motorola MT500 Die Grundausstattung ist damit abgeschlossen. Doch jedes Ghostbuster-Outfit lebt ein Stück weit durch die Ausrüstung und Individualität. Daher lassen sich noch einige Details bzw. Tools hinzufügen, die ebenfalls im Film Verwendung fanden. So zum Beispiel ein Motorola MT-500 Funkgerät (im Film mit kurzer Antenne zu sehen). Diese werden zum Teil sogar noch von (vor allem amerikanischen) Einsatzkräften verwendet. Daher findet man diese Geräte recht häufig in der Bucht. Außerdem gibt es noch das PKE-Meter. Ein Gerät um Geister aufzuspüren. Dieses wurde ursprünglich aus einem Schupolierer gebaut. Allerdings sind auch diese Geräte im Original schwer zu finden. Außerdem bietet der Spielzeughersteller Mattel eine wirklich tolle Replik an. Leider darf diese offiziell nicht in Deutschland verkauft werden. Daher findet man sie in der Regel zu leicht überteuerten Preisen in der Bucht. Ein weiteres Ausrüstungsstück ist die Ecto-Google, eine Art Sichtgerät für Geister. Dieses Sichtgerät ist eine leicht modifizierte Version eines PVS-5a Nachtsichtgerätes, welches ebenfalls kaum noch zu finden ist. Viele Geiterjäger improvisieren daher und verwenden Schweißerbrillen, welche als Basis für die Brille dienen. Weitere Ausrüstungsgegenstände sind die typischen Geisterfallen (Mattel hatte auch davon eine Replik hergestellt) oder ein „Lifegard 2 Pass Alarm“ System. Dabei handelt es sich um einen kleinen gelben Kasten, der an den Gürtel geklippt wird. Das Gerät existiert tatsächlich und wird heute noch teilweise von Feuerwehren verwendet. Im Falle einer Ohnmacht fängt das Lifegard-System an zu piepsen, so dass andere Rettungskräfte die Person auffinden und bergen können. Das Lifegard-System wurde eigentlich nur im zweiten Ghostbusters-Film verwendet, ist aber unter Fans häufig auch an Uniformen aus dem ersten Teil zu finden. Gerade wenn kein spezieller Filmcharakter nachgestellt werden soll, kann man sich bei den Details kreativ auslassen, solange sie zum „Look and Feel“ des Films passen. Denkbar sind so zum Beispiel auch kleine Reagenzgläser mit Kunstschleim gefüllt, die am Gürtel befestigt werden.

Mehr Bilder von mir im Suit findet ihr HIER.

In diesem Sinne…

Hört nur! Ich glaube ich rieche was!

(Ray Stantz)
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